Vortrag: Manche mögen’s heiß: Was Mikroben aus Thermalquellen über die Evolution erzählen
Archaeen werden oft als Ur-Bakterien bezeichnet, denn sie sind Überlebenskünstler, die in vielen Lebensräumen vorkommen, welche an die frühe Erde erinnern. So gibt es viele dieser Mikroorganismen in heißen und sauren Quellen, in Salzseen und in den heißen Wänden der schwarzen Schlote in der Tiefsee.
Aber Archaeen spielen auch eine sehr große Rolle bei den wichtigsten Schritten der Evolution, die von der Entstehung der ersten einzelligen Lebewesen bis hin zur Entwicklung der Pflanzen, Tieren und uns Menschen reicht.
Tatsächlich teilen wir weit mehr zelluläre Eigenschaften mit den kleinen Archaeen als man bis vor kurzem noch glaubte, denn es wurde eine neue Gruppe in Tiefsee-Sedimenten entdeckt, aus der unsere unmittelbaren Vorfahren hervorgegangen sind. Diese sogenannten Asgard Archaeen sind zu spannenden Forschungsobjekten geworden und bergen viele Überraschungen.
Referentin:
Univ. Prof. Dr. Christa Schleper studierte Biologie in Aachen und Konstanz und promovierte 1993 am Max-Planck-Institut für Biochemie in München. Nach Forschungsaufenthalten am California Institute of Technology (Caltech) und der University of California, Santa Barbara, habilitierte sie an der Universität Darmstadt und trat eine Professur an der Universität Bergen an. Seit 2007 ist sie Professorin und Leiterin der Gruppe für Archeobakterien und Ökogenomik an der Universität Wien und leitet seit 2020 zudem das Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie.
Prof. Schleper zählt zu den meistzitierten Forscherinnen Österreichs. 2022 erhielt sie den Wittgenstein-Preis, eine der höchsten österreichischen Wissenschaftsauszeichnungen. Seit 2017 ist sie Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) außerdem ist sie Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) und der American Academy of Microbiology (AAM).
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