Internationale Akademie Traunkirchen




Vom Mondsee zum Traunsee

Zum Auftrakt einer neuen Kooperation zwischen IAT und der limnologischen Forschungsstation Mondsee hielt Univ.-Doz. Dr. Josef Wanzenböck einen öffentlichen Vortrag zum Thema Nanopartikel in Seen.

Am Forschungsinstitut für Limnologie (Süßwasserbiologie) Mondsee treffen sich Studierende, Forscher aber auch reichlich wissenschaftsinteressierte Besucher, in etwa bei der Langen Nacht der Forschung oder der Jungen Uni. Die IAT liegt ebenso direkt an einem der schönsten Seen des Salzkammergutes, welcher ab dem nächsten Jahr nun auch ins Programm integriert wird. Für Erwachsene wird es Schiffsrundfahrten am Traunsee mit Echolot und Informationen zur Fischökologie geben (Wissenschaft an Bord am 21.97 und am 01.09.2021 Nachmittags) und für Schülerinnen und Schüler ab der 1. Schulstufe organisieren wir im Juni 2021 ein Seminar zu Lebewesen des Baches (Was lebt im Bach, 08.06.2021).

Stellen Nanopartikel in unseren Seen eine potentielle Gefahr dar?

Diese Frage war der Beginn eines internationalen Forschungsprojektes unter der Leitung von Dr. Dunja Lamatsch und Univ.-Doz. Dr. Josef Wanzenböck vom Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee (Universität Innsbruck) und der Titel des Vortrages des IAT am 18. September 2020.

Viele moderne Technologien greifen auf den Einsatz von Nanopartikeln zurück. Silber-Nanopartikel werden beispielsweise aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung in Desinfektions- und Reinigungsmitteln oder als Geruchshemmer in Sportfunktionskleidung verwendet. Diese gelangen über Abflüsse oftmals in Kläranlagen und anschließend in die Flüsse und Seen. Doch was passiert mit dem Ökosystem, wenn die weniger als 100 Nanometer kleinen Teilchen in Gewässer gelangen?

Problem für die Umwelt

Denn was in Sportkleidung nützlich ist – das Abtöten von Bakterien – ist in der Kläranlage und auch im Gewässer schädlich. Für den biologischen Klärprozess werden Milliarden von Mikroorganismen gebraucht, die organische Verunreinigungen im Abwasser abbauen. Und auch in Flüssen und Seen spielen diese Organismen eine wichtige Rolle, weil sie auch dort tote Wasserorganismen, Algenreste und andere auf den Grund absinkende Reste beseitigen. Werden diese Helfer aber durch Nanosilber abgetötet oder in ihrem Wachstum gehemmt, beeinträchtigt dies das Gewässer.

Die Studie

Das gereinigte Wasser aus der Kläranlage wird direkt in den Mondsee eingeleitet und diente deshalb als Modellsee für die Analysen. Die Wissenschaftler haben zwei Jahre lang Wasser- und Sedimentproben entnommen und kontinuierlich auf Silbernanopartikel und Gesamtsilbergehalt getestet. Parallel dazu wurden Gewebeproben von Mondseefischen in Hinblick auf Nanopartikeln untersucht. Ein überraschendes Ergebnis war, dass im Ausfluss der Kläranlage um 90 Prozent weniger Nanopartikel gemessen wurden als im Zufluss. Das kommt daher, dass die winzigen Partikel sehr reaktiv sind, sich an größere Teilchen anhaften oder zu Salzen reagieren können, und somit nicht mehr im Nanobereich nachweisbar sind. Auf eine solche Umwandlung deutet auch die Messung von erhöhtem Gesamtsilbergehalt der Sedimente nahe des Ausflusses der Kläranlage hin, welcher momentan noch unter toxischen Schwellwerten liegt. In Gewebeproben der Fische wurden zur Freude der Gastronomie (noch) keine Silberspuren nachgewiesen.


Publikation:
Vogt R., Mozhayeva D., Steinhoff B., Schardt A., Spelz B. T. F., Philippe A., Kurtz S., Schaumann G. E., Engelhard C., Schönherr C., Lamatsch D.K., Wanzenböck, J. (2019). Spatiotemporal distribution of silver and silver-containing nanoparticles in a prealpine lake in relation to the discharge from a wastewater treatment plant, Science of the Total Environment 696: 134034

Nanopartikel 5
Nanopartikel 2
Nanopartikel 4
Nanopartikel 1
Nanopartikel 3
Nanopartikel 6
Nanopartikel 7

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